In Antersdorf steht nun ein Storchennest

Antersdorf (cs). Trachtler gaben den gestohlenen Stamm mit Nest an Hans Priemeier zurück



Nicht nur ein Maibaum ragt nun weit über die Dächer von Antersdorf, sondern seit kurzem auch ein hoher Fichtenstamm mit Storchennest. Bei der Antersdorfer Mühle der Familie Priemeier wurde der Stamm aufgestellt und dazu ein Fest gefeiert, bei dem Hilde Strauch und Sebastian Schmid auf ihren Steirischen aufspielten und die Antersdorfer Trachtler mit Vorstand Christian Wimmer plattelten. Sogar die Blasmusik spielte dazu an Christi-Himmelfahrt (Vatertag) auf. Doch wie ist es überhaupt zu dieser spontanen Feier gekommen und warum ist nun für Störche die Möglichkeit geboten, sich in Antersdorf einzuquartieren? Ein Rückblick: Hans Priemeier war kürzlich geschäftlich in Polen unterwegs und dort bemerkte er als Wahrzeichen zahlreicher Dörfer Störchennester. Daheim in Bayern wurden gerade Maibäume aufgestellt und so kam er auf Anregung seiner Enkelkinder Lena und Bastian auf die Idee, ein Storchennest in Antersdorf zu errichten. Wieder daheim im Inntal setzte er seinen Einfall gleich in die Tat um und fällte aus seinem Wald eine Fichte. Diese entrindete er und sein Nachbar Josef Schacherbauer, besser bekannt als „Schachte“, schmiedete ihm ein Eisengestell.


            
         
Dieses umwickelte Priemeier mit Weiden und brachte es an den Stamm an. Von der ganzen Aktion hatten allerdings die Antersdorfer Trachtler erfahren. Nach einer Plattlerprobe beim „Murauer“ betätigten sie sich zu nächtlicher Stunde als Diebe und entwendeten den genau auf 9,99 Meter geschnittenen Stamm. Nach Verhandlungen mit dem „Müllner Hansl jun.“ und dessen Zusage auf eine gute Brotzeit, zeigten sich die Trachtler bereit, das Storchennest zurückzubringen. An diesem Vatertag richteten gerade die Musikanten der Ortsmusik Ranshofen für ihr Spiel im Wirtsgarten Murauer her. Spontan erklärten sie sich bereit, dem Bulldog und den Dieben vorauszuspielen. So bildete sich ein langer Zug zur Antersdorfer Mühle. Hier wartete die Familie Priemeier mit Bier, Radler, Limo und Hochprozentigem auf und die Blasmusik spielte dazu. Der Stamm mit Storchennest wurde nun aufgestellt. Danach gab es eine gute Brotzeit mit Würstl, Brezen und danach Kaffee und Kuchen. Auch Bürgermeister Klaus Schmid hatte von der Aktion erfahren und wohnte der Feierlichkeit bei. Später verlagerte sich das Geschehen von der Mühle in den Wirtsgarten Murauer. Hier spielte die Musikkapelle aus Ranshofen mit Kapellmeister Christian Thurner bestens auf und der Simbacher Bürgermeister durfte in Erinnerung an seine Vorfahren aus Südtirol beim „Tiroler-Marsch“ als Dirigent fungieren. Vergnüglich saß man an diesem sonnigen Tag beisammen und so war aus der Storchennestaufstellung ein kleines Dorffest geworden.



   
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